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Zur
Geschichte der Handfeuerlöscher und deren Löschmittel |
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Eine Betrachtung der Geschichte der Feuerlöscher wäre unvollständig,
wenn man die Zeit des Aberglaubens im Mittelalter über das Wesen des
Feuers und dieBrandbekämpfung unberücksichtigt ließe. Auch einige
tragbare sogenannte "Löschgeräte" des 18. und 19.
Jahrhunderts müssen kurz erwähnt werden, um den Fortschritt, den die
Entwicklung der Feuerlöscher zu Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn
des 20. Jahrhunderts brachte, richtig einordnen zu können. Die Zeit des Aberglaubens Verordnung Die Zeit der „Wunderlöschgeräte"
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Die
selbsttätigen Handfeuerlöscher
Diese
damalige Funktionsbeschreibung würde uns heute einen Scherzartikel
vermuten lassen, doch der sehr komplizierte "Dampferzeugungsmechanismus"
ist ein Ausdruck des Standes der Technik in dieser Zeit: "a
ist eine geformte Masse, aus Holzkohlenpulver, Kokspulver, Kalisalpeter
und Gips bestehend; dieselbe wird mittels des eisernen Stifts b
entzündet wenn man denselben mit einem Hammer hinabtreibt, wobei er ein
Glaskügelchen mit Schwefelsäure zerbricht. Die Röhre d enthält unten eine Mischung von chlorsaurem Kali und Zucker.
Nach dem die Masse entzündet ist, strömen die gasförmigen Produkte
durch die Löcher im inneren Behälter ff
in den Behälter gg und durch dessen
Löcher in den Behälter hh. So
wurde etwa 1 Minute lang ein Wasserdampfstrahl
mit geringer Reichweite erzeugt. Das englische Marineministerium ordnete
die Einführung dieser Apparate auf
allen Kriegsschiffen an. Die Druckerzeugung zum Ausspritzen eines Wasserstrahls - der wegen seiner größeren Spritzweite löschwirksamer war als der Wasserdampf - erfolgte einige Jahre später nach einem wesentlich einfacheren Prinzip. Die Erfindungen kamen diesmal aus Frankreich, sie brachten auch die Bezeichnung " Extincteur " ( Auslöscher ) nach Deutschland mit. Im Jahre 1864 erfanden Dr. F Charlier und Ing. A. Vigon aus Paris einen 30 I tragbaren Feuerlöscher. Die Funktion war einfach: Im Löschbehälter wurde Natron (NaHC03) gelöst und eine Blechröhre mit Weinsteinsäure oben eingeführt, die mit einem Zuckerstückchen verschlossen wurde. Der "Zuckerverschluß" löste sich langsam, Weinsteinsäure reagierte mit Natron unter Bildung des Druckgases Kohlendioxid (die uns bis heute bekannte "Brausepulver-Reaktion"), und der hermetisch verschlossene Behälter kam unter Druck. Erster Wasser-Dauerdrucklöscher Bereits um 1870 wurde dieser Löscher durch SCHÄFER & BUDENBERG / Magdeburg weiterentwickelt. Ausstattung mit Manometer zur Dauerdruckkontrolle und Einfüllung von unten, um die Natronlösung auf die Weinsteinsäure besser einwirken zu lassen.
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Ferner
interessant sind die bereits um 1900
erstmalig auf dem Markt erschienenen Wasserlöscher mit außenliegender
Druckluftflasche mit Schraubventil ( VENI VICI, Berlin ) und
die Wasserlöscher mit außenliegender
Kohlendioxid - Druckgasflasche
mit Schraubventil ( FIX,
Hamburg ).
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Es
dauerte aber noch über 50 Jahre, bis sich die Druckerzeugung unter Verwendung
von Druckgasflaschen endgültig durchsetzte und die Druckerzeugung auf
chemischen Wege ablöste.
In
den letzten Jahren und Jahrzehnten erfolgte die weitere Verbesserung
der Wasserlöscher vor allem auf dem Gebiet
des Korrosionsschutzes (Ablösung der Feuerverbleiung durch Einführung von
Kunst- und Plaststoffen als Innen- und Außenkorrosionsschutz) und die
Verbesserung der Armatur und des Gefrierschutzes bis - 30° C durch Zugabe
sogen.
Frostschutzsalze, z. B.
Pottasche oder Gemische aus Magnesium- und Calciumchlorid.
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Kohlendioxid-Löscher
Schaumlöscher
Eiweißlösungen verwendet - und die gebildete Kohlensäure füllte die Schaumbläschen zu einem noch sehr instabilen aber bereits Benzinbrände löschenden Schaum.
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Halonlöscher, Löscher mit Halogenkohlenwasserstoffen
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Aus
einem Prüfungsprotokoll des Preußischen Feuerwehr- Beirats vom 14.
März 1914 geht hervor, daß damals ein 2 l - und ein 6 I -Tetralöscher
(Löschmittel: Tetrachlorkohlenstoff, CCI4) der Fa. MINIMAX erfolgreich geprüft
wurden. Die Druckerzeugung erfolgte noch mit Säureglastube und Natron! Für
das Ablöschen von Benzinbränden - eine Forderung, die durch die
aufkommende Motorisierung immer lauter wurde - war das damals der günstigste
Löscher. Sehr erstaunlich ist die hohe Zahl der Zulassungen dieser Löscher, z. B. von 1914 - 1938 44 Neuanmeldungen vieler deutscher Firmen; davon 2 Beispiele: |
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Der
erste Tetralöscher mit Druckluftpolster wurde 1925
von der Fa. WINTRICH entwickelt. Schätzungsweise
waren damals weltweit über 1 Million Tetralöscher
verkauft worden.
Trotz der von Anfang an bekannten Giftigkeit des Löschmittels legte am 14. 1. 1923 ein sogenannter "Tetraausschuß" fest, daß lediglich die Größe dieses Löschertyps auf 2 l Inhalt beschränkt bleiben sollte. Bei sachgemäßer Benutzung entstand u. a. das stark hustenreizende Pyrolysegas Salzsäure, das den Löschenden zum Verlassen des Brandplatzes zwang, bevor gefährliche Giftgasmengen eingeatmet wurden. Dagegen traten die Vergiftungen - oftmals tödlich - beim unsachgemäßen Einsatz von Tetralöschern zu Reinigungszwecken oder sogar zur Vernichtung von Wespennestern u.ä. auf.
Das weniger giftige löschwirksame Halon Chlorbrommethan (CB, CH2CIBr) wurde 1938 in Gemeinschaftsentwicklung von HOECHST, MINIMAX und JUNKERS für Luftwaffe und Marine erprobt und anstelle von Tetra in dieselben Löscher (Druckluftpolster, Drehventil) gefüllt ("Bromidlöscher"). Tetra- und CB-Löscher wurden später nicht mehr zugelassen und verschwanden nach 40 bis 50 Jahren vom Markt.
Die ab 1969 eingeführten fluorierten Halone, z. B. Difluorchlorbrommethan (BCF, CF2CIBr, Halon 1211) stellten eine wesentliche Verbesserung dar. Erst später wurde bekannt, daß diese FCKW unter bestimmten Bedingungen die Ozonschicht unserer Erde zerstören können, weshalb vorsorglich ein Anwendungsverbot auf internationaler Ebene erlassen wurde. Die Forschung nach "Ersatz-Halonen" für Feuerlöscher hat bereits begonnen.
Pulverlöscher, "Trockenlöscher"
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Seit seiner "Geburtsstunde" im Jahre 1912 hat der Pulverlöscher sehr viele Entwicklungsetappen durchlaufen müssen, bis er den heutigen hohen Entwicklungsstand erreicht hat. Der erste Pulverlöscher TOTAL (1912)
Patent-Nr. 277836 v. z. B. 1912 "Druckgasfeuerlöscher mit einem als
Druckmittel dienenden Löschgas" Schuld an den "Kinderkrankheiten" dieses Löschers hatte vor allem das Löschpulver, das im Gegensatz zu den bisher bekannten Löschmitteln - wie Wasser, Kohlendioxid, Tetra und Schaum noch nicht " fertig" vorhanden war und erst im Laufe von Jahrzehnten die für ein Löschpulver so wichtigen physikalisch-chemischen Eigenschaften wie geringe Korngröße, wasserabweisendes Verhalten, gute Fließ- und Förderfähigkeit ("quasiflüssiges Verhalten"), Druck- und Temperaturbeständigkeit, erhielt. Das Löschvermögen wurde erst dann wesentlich verbessert, nachdem man den Löscheffekt der Pulversalze aufklärte ("Wandeffekt"). Bezeichnend für die Unkenntnis der |
Löschwirkung ist auch, daß man bei der ersten Patentanmeldung des Pulverlöschers noch dem "Kohlendioxid als Löschgas und Druckmittel" - nicht dem Löschpulver die Hauptlöschwirkung zuschrieb. Das kam daher, weil man glaubte, das Löschpulversalz, damals ausschließlich Natron, bereits bekannt als Füllung der Theofackeln, oder als Lösung in den Wasserlöschern, würde beim Löschen genügende Mengen von Kohlendioxid und Wasser entwickeln, um den Brand zu ersticken bzw. zu kühlen. Erst 1943 erkannte man den Irrtum.
Im Jahre 1955 gelang auch die Herstellung von Löschpulvern, die zusätzlich zur Brandklasse 8 (brennbare Flüssigkeiten) nun auch die Brandklasse A (brennbare feste, glutbildende Stoffe) wirksam löschten. Diese Glutbrandlöscher bilden heute den höchsten Anteil unter den Pulverlöschern ( wichtigstes Löschpulversalz: Ammonphosphat ).
Trotz der Nachteile einer eventuellen Pulververschmutzung hat sich bei den Handfeuerlöschern der Pulverlöscher in allen europäischen Industrieländern durchgesetzt und stellt z. Z den Hauptanteil in der Angebotspalette der Feuerlöscher, wie ein Gang durch die INTERSCHUTZ ' 94 bewies.
Das Prinzip des Ausspritzens des Pulvers mittels C02-Druckpatrone wird auch heute noch - 85 Jahre nach der ersten Patentanmeldung - angewandt. Die Druckgasflaschen können inzwischen auch im Löscher gelagert sein (Auflade-Pulverlöscher) oder durch permanenten Druck ersetzt sein (Dauerdruck-Pulverlöscher).
Die gegenwärtig auf dem Markt befindlichen Pulverlöscher unterscheiden sich vor allem in der Armatur, Bedienbarkeit und Behältergröße von 1 - 12 kg Inhalt.
Sonderlöscher
Dazu gehörten z.
B. Netzmittellöscher, Magnesiumlöscher
(Ölfüllung gegen
Magnesiumbrände), Metallbrandlöscher mit Löschbrause, Tornisterlöscher bei
Waldbränden u. a. m.
Wegen der geringen
Produktionszahlen wird auf eine Beschreibung verzichtet.
Die Normung der Handfeuerlöscher
Wie bei kaum einem anderen Erzeugnis muß der Käufer eines Feuerlöschers der Quatitäts- und Leistungsangabe des Herstellers voll vertrauen, denn seine Leistung kann der Löscher erst im Einsatzfall dokumentieren, ein Ausprobieren ist nicht möglich.
Die Prüfung der Qualität war deshalb seit über 100 Jahren Anlaß zur Entwicklung aussage- kräftiger Prüfmethoden, die die Löschleistung, die Verwendungsdauer, die Einsatzmöglichkeiten u. a. m. untersuchen sollten.
In der Pionierzeit der Handfeuerlöscherherstellung war man zufrieden, wenn der Wasserstrahl selbsttätig und möglichst weit aus dem Löscher spritzte. Bei Schauvorführungen wurden stark qualmende und rußende Brandobjekte trickreich gelöscht, um die geladenen Zuschauer von der Notwendigkeit zur Anschaffung eines Löschers anstelle der bis dahin üblichen Wasserspritze oder Wassereimer - zu überzeugen.
Bereits 1914 wurden vorn preußischen Feuerwehr-Beirat genormte Prüfobjekte, z. B. Holzstoß. Benzinwanne, geschaffen, die 1935 durch Stoffvorhänge, Karbid-, Benzol-, Spiritus- und Ölbrandobjekte ergänzt wurden.
Die folgende Tabelle gibt einen interessanten Vergleich der Zulassung bestimmter Löschertypen (außer Co2-Löscher). die nach diesen Normen geprüft wurden.
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Offensichtlich waren trotz der Bemühungen des Feuerwehrbeirats zur Prüfung der Löscher noch viele ungeprüfte und auch völlig untaugliche Löscher im Handel, wie noch 1940 aus einem kritischen Aufsatz des damaligen Kommandeurs der Berliner Feuerschutzpolizei hervorgeht.
Mit der Deutschen Norm für Handfeuerlöscher, z.B. DIN 14032 (1941), DIN 16406 (1955 und spätere Aktualisierungen), und der amtlichen brandschutztechnischen Typprüfung (1967) wurden dann später erst die wichtigsten Grundlagen zur Qualitätssicherung geschaffen.
Die heutige Europäische Norm, die nach jahrelangen Verhandlungen zustande kam und bei der alle beteiligten Länder Kompromisse eingehen mußten, hat für A-Brandobjekte den genormten Holzstoß und für B-Brandobjekte die runde Wanne mit Heptan als Brandmedium vorgeschrieben. Das Ablöschen dieser Brandobjekte stellt an den Löschenden sehr hohe Anforderungen hinsichtlich physischer Belastbarkeit und Löscherfahrung. Es sind auch bereits Prüfobjekte geschaffen, die den menschlichen Einflußfaktor beim Löschen ausschließen (z.B. an der Prüfstelle Trondheim).
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Die amtliche Zulassung nach der Europäischen Norm garantiert ein hohes Leistungsvermögen der geprüften Handfeuerlöscher, die man heute beim Kauf von Löschern nach Öffnung des europäischen Marktes erwartet und auch fordert.